Energiewende in Schleswig-Holstein: Gemeinden kassieren – Bürger zahlen

Schleswig-Holsteins Kommunen feiern die Energiewende als finanziellen Glücksfall. Millionen fließen über Beteiligungen an der Schleswig-Holstein Netz AG in die Gemeindekassen, dazu kommen jährliche Sonderzahlungen aus Wind- und Solarparks. 2024 allein über 5,2 Millionen Euro – doppelt so viel wie im Vorjahr. Bürgermeister sprechen begeistert von „Segen“ und finanzieren davon Spielplätze, Straßen oder neue Fahrzeuge.

 

Doch der Jubel hat einen bitteren Beigeschmack: Nicht die Windkraftbetreiber bezahlen, sondern wir alle – über Strompreis, Umlagen und Steuern. „Linke Tasche, rechte Tasche“ beschreibt das noch höflich. In Wahrheit ist es eine gigantische Umverteilungsmaschine: Die Bürger zahlen, die Kommunen profitieren, und die Energiekonzerne reiben sich die Hände.

 

Der Mythos von der Gewerbesteuer

 

Besonders gern wird die vermeintlich sprudelnde Gewerbesteuer ins Feld geführt. Doch diese Rechnung hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Zwar wirft eine Windkraftanlage auf dem Papier Gewinne ab, die eine ordentliche Gewerbesteuer vermuten lassen. Doch durch hohe Investitionskosten und großzügige Abschreibungsmöglichkeiten sinkt der steuerlich relevante Gewinn Jahr für Jahr fast auf null. Die Folge: Von den groß angekündigten Gewerbesteuereinnahmen bleibt in der Praxis kaum etwas übrig.

 

Zusätzlich erhalten die Gemeinden 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Klingt gut, ist aber in absoluten Zahlen ernüchternd. Selbst mehrere Windparks bringen für eine größere Kommune unterm Strich nur wenige Hunderttausend Euro pro Jahr.

 

Tropfen auf den heißen Stein

 

Setzt man diese Summen ins Verhältnis zu den strukturellen Haushaltslöchern größerer Städte, wird die Absurdität deutlich. Während die Defizite in die Hunderte Millionen gehen, tragen die Windpark-Erlöse bestenfalls 0,5 Prozent bei – realistischer noch deutlich weniger. Kurz: Ein Tropfen auf den heißen Stein, der am Grundproblem nichts ändert.

 

Und das ist nur die halbe Wahrheit. Gleichzeitig verlieren Hausbesitzer im Umfeld neuer Windparks Millionen an Immobilienwert – ein Schaden, der in keiner Bilanz auftaucht und über den die Politik konsequent schweigt.

 

Die verschwiegene Kostenwahrheit

 

Eine Schweizer Sammelstudie von 2023 belegt klar: Windparks drücken die Immobilienpreise in Deutschland zwischen 4 und 100 Prozent. Für ein Land wie Schleswig-Holstein mit fast 900.000 Häusern bedeutet das eine stille, aber gewaltige Umverteilung – weg vom privaten Vermögen, hin zu symbolischen Gemeindeeinnahmen.

 

Profit für wenige, Verluste für viele

 

Die Politik verkauft das Modell als Erfolgsrezept. In Wahrheit erkauft sie sich Akzeptanz mit Mini-Einnahmen für die Kommunen, während die Bürger über Strompreis, Steuern und Wertverluste die eigentliche Zeche zahlen.

 

Fazit

 

Die Energiewende in Schleswig-Holstein ist längst keine faire Kosten-Nutzen-Rechnung mehr. Sie ist ein Geschäft, bei dem Gemeinden kleine Gewinne einstreichen, während die Bürger im großen Stil verlieren. Wer solche Summen als „großen Segen“ verkauft, betreibt Augenwischerei – und hofft, dass niemand genauer hinschaut.