Windkraftsturmflut in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins neue Windkraftplanung wird zum maßlosen Höhepunkt der fehlgeleiteten Energiewende in Deutschland. Leere Worthülsen aus der Landesregierung überspielen, dass unser Bundesland in einen Natur- und landschaftszerstörenden Großwindpark verwandelt wird. Wie dramatisch die Situation bei harmlos klingenden 7,2% Windkraftflächen für uns Bürger wirklich ist.

Hat sich in der schleswig-holsteinischen Landesregierung eigentlich auch nur ein Politiker intensiver mit der eigenen Windkraftplanung auseinandergesetzt? Was die jetzt geplante mehr als Verdreifachung der Windkraft in Punkto Natur- und Landschaftszerstörung tatsächlich bedeutet?

Gut 7% der Landesfläche für Windkraft klingt so schön niedlich. Hier wirkt der perfekte politische Taschenspielertrick: „Keine Bange, 93% des Landes und unserer Bürger sind ja gar nicht betroffen!“ Ob nun vom Land (3%) oder zusätzlich von den Kommunen (über 4%) unter Druck der Windkraftlobby umgesetzt: Diese im Zeitverlauf wohl weitgehend ausgeschöpften 7,2% spiegeln aber nur einen Bruchteil der wirklichen Belastungen für Land und Bürger wider. Denn dies sind nur die kleinen Stellflächen für die geplanten Windräder. Unter den Tisch gekehrt wird die unbestreitbare Fernwirkung der immer gigantischer werdenden Windturbinen. Schon die jetzigen „nur“ 150-200m hohen Standardturbinen üben eine optische Bedrängung und akustische Belästigung weit über die Grenzen eines Windparks hinaus aus. Doch die Landesregierung erlaubt jetzt auch noch UNBEGRENZT HOHE Windkraftanlagen, sowohl für die eigenen Flächen, wie auch die der Kommunen, die hier kein Mitspracherecht mehr haben! In Schleswig-Holstein stehen bereits 250m hohe Anlagen, die Windindustrie arbeitet schon an über 300m hohen Windturbinen. Dies wird in wenigen Jahren neuer Standard sein, weil man mehr damit verdient. Das ist höher als der Kieler Fernsehturm (225m) und sogar der Pariser Eiffelturm (300m)! Wie das aussieht, haben wir hier illustriert.

Wie hoch ist die belastete Fläche in Schleswig-Holstein also wirklich? Wieviel Bürger sind tatsächlich betroffen? Spoiler: Die folgenden Zahlen mag man kaum glauben, sind aber korrekt:

Nehmen wir als grobes Rechenbeispiel einen Windpark mit 50 ha Größe an (= 500 x 1000m). Bei bis zu 300m hohen Windkraftanlagen ist eine Fernwirkung von 2000 Metern rund um die WKAs bzw. das  Aufstellgelände mehr als angemessen. Viele Betroffene mögen das noch als zu wenig erachten. Unter Berücksichtigung dieser 2000m ergibt sich dann sehr vereinfacht gerechnet ein belastetes Areal von insgesamt 750 ha (= 2500 x 3000m). Das ist exponentielle 15 Mal (!) so groß. Übertragen auf Schleswig-Holstein wären somit nicht 7,2%, sondern rechnerisch mehr als die gesamte Landesfläche betroffen (7,2% x 15 = 108%).  Dieser exponentielle Effekt hängt natürlich von der Größe und Höhe des Windparks sowie der unterstellten Fernwirkung und Überschneidungen ab. 

Wie sieht es denn in der Realität aus? Wir haben es auf Basis der offiziellen Geodaten der Landesplanung nachrechnen lassen. Das Ergebnis: Die Flächenbelastung liegt bei über 70%! Es dürfte vermutlich die Mehrheit der Bürger treffen, in Randlagen auch in den großen Städten – bei „nur“ 7,2% offizieller Flächenplanung. 

Wer all das nicht glauben mag, der werfe einen Blick auf die offizielle Windplanungskarte der Landesregierung – hier noch ohne Fernwirkung:

Offizielle Windplanungskarte

Das Land tut hier so, als ob ein Windpark mit bis zu 300m hohen Windkraftanlagen, der direkt hinter dem Gartenzaun eines Bürgers steht, garnicht existiert. Fernwirkung? Null komma Null. Bitte anklicken um auch Details zu sehen.

Das sieht schon erschreckend genug aus. Doch hier noch mit Fernwirkung im Umkreis von 2000m um die Windkraftanlagen in den Windparks:

Wir sind fast alle betroffen

Die offizielle Windplanungskarte inklusive optischer und akustischer Fernwirkung.

Doch auch das ist noch nicht alles: Die Flächen für die nötige Infrastruktur wie z.B. neue Zuwegungen, Umspannwerke, Trafostationen, Stromleitungen und Batteriespeicher fehlen hier noch komplett. Wie im Übrigen auch alle Solarfelder. Erst hier wird der wahre Preis – der Flächenfraß dieser Energiewende – in SH sichtbar. 

Im Ernst, Frau Innenministerin: „Windfrieden“? Und, Herr Umweltminister Goldschmidt: „Niemand kommt hier unter die (Wind-) Räder“? 

Wir hinterlassen unseren Kindern und Enkeln landesweit Wälder von gigantischen rotierenden Windrädern auf großflächigen Betonklötzen. Die Zerstörung  unseres Lebensraumes steigert sich ins Maßlose. Das Land plant den Ausverkauf des Landes. Und wir sind fast alle betroffen. Spätestens über die immensen Wertverluste unserer Immobilien im Land. 

Und wir übertreiben nicht: Siehe unseren Artikel hier! 

Anekdote zum Schluss: Selbst der Bund fordert nur 3% der Landesfläche für Windkraft pro Bundesland (nach neuer Rechnung). Derselbe Stromertrag ließe sich im Übrigen mit deutlich weniger Flächenverbrauch auch anders regenerativ gewinnen. 

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